Stand: 29.01.2012

Madrigalchor Dillingen e.v.

Saarbrücker Zeitung, 24. August 2011

Ein Spaziergang durch die Epochen

Die jährliche Sommerserenade lockte wieder Musikliebhaber aus der ganzen Region in den Dillinger Stadtpark. Eingeladen hatte der Arbeitskreis der kulturellen Vereine Dillingen (AKV), und das zum dritten Mal - in diesem Jahr mit dem Kreis-Symphonie-Orchester Saarlouis, dem Dillinger Madrigalchor, Sopranistin Anne-Kathrin Fetik und Thomas Bernardy am Klavier.

Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm

Dillingen. Ein Bouquet von Melodien aus Oper, Klassik, Film und Musical wurde mit Grandezza überreicht - Musik, die von Liebe, Leidenschaft und Intrige erzählt und somit die Gemüter stets besonders aufheizt. Ein Konzert mit zwei wunderbaren Klangkörpern zog die Musikliebhaber in Scharen auf die grosse Wiese in den Dillinger Stadtpark. Im Schatten der Stadthalle ist die Akustik erstaunlich gut.

Eröffnet wurde das Serenadenkonzert mit Gioacchino Rossini, dem Stimmungsmacher unter den Opernkomponisten. Seine Ouvertüre zum "Barbier von Sevilla" ist ebenso beliebt wie die Koloraturarie "Una voce poco fa" daraus, hinreißend vorgetragen von Anne-Kathrin Fetik. Ihre bemerkenswert schöne Stimme, die auch noch in hohen Lagen strahlt, faszinierte aufs Neue. Eine Sopranistin, die "alle Register der Gesangskunst beherrscht", schwärmte dann auch Moderatorin Gaby Szarvas vom SR2-Kulturradio.

Musik berührt das Herz

Ebenso zu Herzen ging "Gabriellas Song" aus dem Film "Wie im Himmel" (auf schwedisch). Mit der weniger bekannten Kantate "Suoni il monte (Nr.1 Coro) aus Rossinis "Le Nozze di Teti e di Peleo" stellte der Madrigalchor Dillingen bereits zu Anfang sein Können erneut unter Beweis - intonationssicher wie die Musiker des KSO. Alle musikalischen Herausforderungen wurden mit Leichtigkeit bewältigt.

Spürbare Begeisterung

Zusammengestellt hatten das Konzertprogramm der neue Dirigent des Kreis-Symphonie-Orchesters (KSO), Vilmantas Kaliunas, und Stephan Langenfeld, der den Madrigalchor leitet, sowie Thomas Bernardy am Klavier.

Hervorragend spielte er die perlenden Tonfolgen im Vorspiel der Filmmusik "Das Piano".

In einem kleinen Interview, das Szarvas mit Kaliunas führte, bekannte dieser seine Vorliebe für langsame, träumerische Melodien wie die Filmmusik "Der mit dem Wolf tanzt" von J. Barry, obwohl - alle Stücke dieses Konzerts gehörten zu seinem Lieblingsrepertoire, fügte er hinzu. Schnell hat sich der "Neue" die Herzen des KSO erobert.

Die Begeisterung war von beiden Seiten deutlich spürbar. "Es ist seine unerschöpfliche Neugierde im Bereich der experimentellen Musik" als auch sein mitreißender Enthusiasmus als Dirigent und Musiker, die ihn auszeichnen. Seit 2007 spielt der gebürtige Litauer als Solo-Oboist im SWR Rundfunkorchester. So ließ er es sich nicht nehmen, das Kreis-Symphonie-Orchester auch mit anspruchsvoller Literatur aus der Klassik hervorzuheben: dem Finale aus Dvoraks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" und Gershwins "Cuban Ouvertüre".

Ganz exzellent präsentierte sich der Dillinger Madrigalchor mit A-cappella-Gesang und, zur Freude des Publikums, Stücken aus der "Carmina Burana" von Orff. Anhaltend frenetischer Applaus belohnte die Musiker.

 

Saarbrücker Zeitung, 19. August 2011

"Der mit dem Wolf tanzt" trifft auf "Carmina Burana"

Weit gefächert wird das musikalische Repertoire beim Konzert des Madrigalchors Dillingen und des Kreis-Symphonie-Orchesters Saarlouis sein. Unter anderem ist auch der Orchester-Pianist Thomas Bernardy mit dabei.

Dillingen. Ein musikalisches Sommerbouquet wollen der Madrigalchor Dillingen und das Kreis-Symphonie-Orchester (KSO) Saarlouis dem Publikum im Dillinger Stadtpark überreichen. Zur Einstimmung erklingt die Ouvertüre zu Gioacchino Rossinis Oper "Der Barbier von Sevilla". Die Arie "Una voce poco fa" aus derselben Oper gibt der Gesangs-Solistin des Konzertes, der Sopranistin Anne-Kathrin Fetik, eine erste Gelegenheit, ihre Koloraturstimme unter Beweis zu stellen. Auch der Madrigalchor erweist, begleitet vom KSO, Rossini seine Reverenz mit dem Chorsatz Nr. 1 aus der Kantate "Le nozze di Teti e di Peleo"

Turbulenter und deftiger geht es danach zu bei der "Carmina Burana" von Carl Orff, aus der Chor, Solistin und Orchester einige der sehr populären Abschnitte vortragen. Der Schluss-Satz der Symphonie "Aus der Neuen Welt" von Antonin Dvorak geleitet dann über in eine andere Musikwelt, die Welt des Musicals und des Films.

Melodien aus "Der mit dem Wolf tanzt" von John Barry, oder die rhythmische "Cuban Ouverture" von George Gershwin, werden vom KSO dargeboten. Hier wird auch der Instrumental-Künstler des Abends, Thomas Bernardy, bei der Musik zu "The Piano" seine Kunst entfalten. Thomas Bernardy ist als "Orchester-Pianist" zudem in mehreren anderen Stücken zu erleben wie in "Gabriellas Song" aus dem Film "Wie im Himmel", mit dem Anne-Kathrin Fetik, der Madrigalchor und das KSO die Sommer-Serenade ausklingen lassen.

Den Madrigalchor Dillingen hat dessen Dirigent Stefan Langenfeld auf diesen Abend vorbereitet. Die musikalische Gesamt-Leitung liegt beim KSO-Dirigenten Vilmantas Kaliunas, Oboist der Deutschen Radio-Philharmonie. red

 

Saarbrücker Zeitung, 09. Juni 2011

Meisterwerk der Spätromantik

Zu einem Konzert, in dem die Urfassung der Messe D-Dur von Antonin Dvorák im Mittelpunkt stand, hatte der Madrigalchor Dillingen in den Saardom eingeladen. Die Orgel spielte Lucas Schmidt.

Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm

Saarlouis. Die Messe D-Dur op.86 von Dvorák gilt als ein Meisterwerk der Spätromantik. Formal groß angelegt, war sie in der Originalbesetzung für eher bescheidene Verhältnisse gedacht. Ein kunstsinniger Prager Architekt hatte damals den Landsmann zur Einweihung der Kapelle auf seinem Gut in Luzany in Südwestböhmen um eine Messkomposition gebeten.

Glaube, Hoffnung, Liebe

Dvorák nannte sie sein persönliches Zeugnis von "Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott" und "zur Ehre unserer Kunst". Somit stellt sich das Werk mit seinen im Melos manchmal volkstümlich geprägten Gedanken und seinem Reichtum an Harmonien in den liturgischen Dienst einer Gottesverehrung, die von lyrischer Meditation gekennzeichnet ist. Überlieferte geistliche tschechische Volkslieder, die oft an den gregorianischen Choral erinnern, fanden ebenso Eingang in die Komposition wie Ausdrucksformen, die aus Messen von Haydn und seiner böhmischen Zeitgenossen bekannt sind.

Mit zartem Einsatz führt ein kräftiger, hoher Sopran in das dreiteilige Kyrie ein. Die gute lineare Stimmführung der strahlenden Soprane bleibt hervorstechendes Merkmal. Unter dem präzisen, jedoch dezent gefühlvollen Dirigat von Stephan Langenfeld übernehmen nacheinander Alt, Tenöre und Bässe den melodischen Hauptgedanken und lassen den Chor in homogener Fülle von der Empore erklingen, unterstützt von Lucas Schmidt an der Orgel.

Mit zum Teil gegenläufigen Passagen und geläufiger Technik versteht es der Organist, Spannung aufzubauen. Dreiklänge lassen das erste "Allegro vivo" im festlichen Gloria erstrahlen.

Die satztechnisch verschränkten und rhythmisch aufgelockerten preisenden Anrufungen Gottes werden vom Chor mit Emphase vorgetragen.

Lyrisch und dramatisch

Ein achttaktiges Thema, volksliedhaft natürlich, eröffnet leicht variiert das Credo. Auf lyrische, auch dramatische Art deuten die Choristen die Glaubenssätze der Menschwerdung, Auferstehung und Himmelfahrt. Es folgt das Sanctus, das mit einem 20 Takte langen, ruhigen Orgelvorspiel in das Benedictus übergeht. Die Messe endet mit dem Agnus Dei.

Durchgängig meistert der Chor Tempi-, Lautstärken- und Tonartwechsel, setzt rhythmische Akzente und findet stets zu großen melodischen Linien und dynamischen Bögen zurück. Leichte Intonationsschwierigkeiten und vereinzelte nicht perfekte Einsätze sind da schnell vergessen.

Zwei hervorragend von Lucas Schmidt gespielte Orgelstücke sowie "Motetten zur Osterzeit", die der Chor a cappella vor dem Altar singt, runden das gelungene Konzert ab. Das Publikum dankt mit reichlich Applaus.

 

Saarbrücker Zeitung, 20. April 2010

Jubel und Andacht

(Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm)

Madrigalchor Dillingen singt anlässlich des Jubiläumsjahres im SaardomMadrigalchor Dillingen brilliert im Saardom

Mit dem "Lobgesang" B-Dur op. 52 (Sinfonie Nr. 2) von Felix Mendelssohn Bartholdy eröffnete der Madrigalchor Dillingen unter Leitung von Stephan Langenfeld sein Jubiläumsjahr im gut besuchten Saardom. Als Solisten traten auf Anne-Kathrin Fetik und Verena Langenfeld-Jungmann (Sopran) sowie Algirdas Drevinskas (Tenor). Es spielte das Kammerorchester Wolfgang Kopp.

Dillingen. Gleich zu Beginn seines Jubiläumsjahrs lieferte der Madrigalchor Dillingen mit einem festlich überschäumenden Gesamtklang eine glänzende Einstudierung des "Lobgesang" B-Dur op. 52 (Sinfonie Nr. 2) von Felix Mendelssohn Bartholdy ab.

 

Dynamische Interpretation

Dem jungen Dirigenten Stephan Langenfeld ist eine an Klangfarben und dynamischen Abstufungen reiche Interpretation gelungen. Stimmschönheit, sichere Intonation und eine verständliche Aussprache der mehr als 50 Choristen beeindrucken. Auch die vollkommene A-cappella-Kultur überzeugt, was die Sänger zu Beginn im 100. Psalm unter Beweis stellen.

Langenfeld zeigt sich als einfühlsamer, verlässlicher Dirigent. In den ersten drei instrumental-sinfonischen Sätzen, die zwischen Überschwang und Andacht wechseln, arbeitet er mit fast poetischen Arm- und Handbewegungen die Mendelssohnsche Mischung von Triumphmarsch und Klangsinnlichkeit sensibel heraus. Und das Kammerorchester Wolfgang Kopp, im "Schlusschor" leider etwas zu dominant, folgt ihm mit Präzision und Einfühlung sowie technischer Akkuratesse. Der erste Ausbruch des Chors "Alles was Odem hat, lobe den Herrn" entwächst einem kurzen Vorspiel und man könnte meinen, er könne sich an diesem ekstatischen Preislied nicht satt singen.

Zwischen die großen, von protestantischem Ernst erfüllten Chorsätze hat Mendelssohn beschauliche Solistenpassagen eingestreut. Allerdings verlangt er den Gesangskünstlern einiges ab: Durch einen beträchtlichen Tonumfang und ihren noch in den höchsten Tönen strahlenden Sopran zeichnet sich Anne-Kathrin Fetik aus. Doch alle Solisten singen nuanciert mit expressivem Ausdruck.

Kurzer Auftritt

Das Duett "Ich harrete des Herrn" beschert den kurzen Auftritt der Sopranistin Verena Langenfeld-Jungmann, die sich harmonisch mit der Stimme von Fetik ergänzt. Mit ebenso gut positionierter Stimme setzt Algirdas Drevinskas deutliche Akzente: Mal lauter, mal leiser, mal schwellend, mal gesäuselt, dann wieder unruhig drängend insistiert er auf der Frage, "ob die Nacht bald hin sei". Grund genug für den Chor nach dieser Orientierungslosigkeit mit dem "Lobgesang" der Tageshelle die nötige Strahlkraft zu verleihen.

Hoch emotional und eindringlich bringt er mit dem evangelischen Kirchenlied "Nun danket alle Gott" von Martin Rinckart nochmals Ruhe in das musikalische Geschehen, bevor sich im Schlusschor Klangmassen aufbauen, die in "Alles, was Odem hat, lobe den Herrn, Halleluja!" gipfeln.

 

Wochenspiegel Dillingen, 24.04.2009

Konzert zum Haydn-Jahr

In diesem Jahr ist der 200. Todestag Joseph Haydn. Der Madrigalchor Dillingen ehrt den Begründer der Wiener Klassik mit einem Konzert am Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr im Saardom Dillingen.
Aufgeführt wird eine der großen orchesterbegleiteten Messen, die Missa in angustiis ( Nelson Messe). Außerdem stehen auf dem Programm das Te deum in C-Dur für Kaiserin Maria Theresia und die Sinfonie Nr.99 .
Es wirken mit: Das Kammerorchester Wolfgang Kopp, Anne Kathrin Fetik (Sopran), Elena Kochukova (Alt), Algirdas Drevinskas (Tenor), Stefan Röttig (Bass). Die Leitung hat Stephan Langenfeld.
Karten kosten an der Abendkasse 16 Euro, ermäßigt 14 Euro. Vorverkauf (14 Euro, ermäßigt 12 Euro): Dillinger Buchhandlung, Buchhandlung Pieper, Saarlouis.

 

 

Saarbrücker Zeitung, 27./28. September 2008

Chor- und Orgelmusik zum Thema “Norwegen” im Saardom

Madrigalchor Dillingen gab ein exzellentes Konzert

(Von SZ-Mitarbeiterin Jutta Stamm)

Wieder hatte der Madrigalchor Dillingen unter Leitung von Stephan Langenfeld in den Saardom eingeladen. Diesmal widmete er sich den norwegischen Komponisten Grieg und Nystedt. Mitwirkende waren Stefan Röttig, Bariton, und Thomas Bernardy an der Gürzenichorgel. Leider kamen nur etwa 150 Besucher.

Es ist schon eine Kunst, Musik, die für 80 oder mehr Musiker geschrieben wurde, so einzurichten, dass ein Organist mit zehn Fingern und zwei Füßen damit zurecht kommt, ohne dass Wesentliches verloren geht. Thomas Bernardy, Dekanatskantor am Saardom, bewies diese Fertigkeit mustergültig. Er spielte die Sinfonische Tondichtung "Finlandia" von Jean Sibelius, Stücke aus den Peer-Gynt-Suiten und die Holberg-Suite von Edvard Grieg.

Der Finne Sibelius war wohl der einzige Komponist auf skandinavischem Boden, der Grieg, dem prominentesten norwegischen Komponisten, das Fjordwasser reichen konnte. Beide vereinten Gefühle von Trauer, Schwermut, Sehnsucht nach Sonne und Licht. Beide verschafften der nordischen Musik Weltgeltung. Wohl auch deshalb eröffnete Bernardy das Konzert des Madrigalchors Dillingen zum Thema Norwegen mit Sibelius' populärstem Werk.

Dabei gelang es ihm, dynamischen Schwung und formale Stringenz zu verknüpfen. Eine stimmige Ausgewogenheit von dem im romantischen Klangrausch schwelgenden Organisten und der Beweglichkeit der einzelnen Partiturteile dokumentierte er ebenso in Griegs Kompositionen. Mit Leichtigkeit und harfenähnlichen Klängen rührte er mit dem bewegenden Solveijgs (Liebes-) Lied.

Auch Stephan Langenfeld, Dirigent und künstlerischer Leiter des Madrigalchors Dillingen, hatte mit seinen 50 Choristen ein anspruchsvolles Programm einstudiert.

Er machte das Publikum mit dem Norweger Knut Nysted (1915) bekannt. Gesungen wurden seine Missa brevis (1985) sowie weitere Stücke. Nysteds lateinische A-cappella-Messe bedeutet selbst für einen versierten Chor eine Herausforderung.

Um mit dissonanten Zusammenklängen (Agnus Dei) oder komplizierten Rhythmen (Gloria und Sanctus) zu Recht zu kommen, sind ein hohes Maß an Musikalität, Stimmbildung, Intonationssicherheit sowie die Fähigkeit, vom Blatt zu singen, unverzichtbar.

Noch schwieriger zu singen, zumal in norwegischer Sprache, erschienen die "Vier Psalme" für Bariton und Gemischten Chor von Grieg. Sie handeln von der Endlichkeit des Menschen und strahlen dennoch Zuversicht aus. Das vierte Stück "I Himmelen" (Im Paradies) steht dem Bach-schen Jubilieren in nichts nach. Hier zeigte sich wieder einmal die Klangkultur des Madrigalchors, der von Langenfeld diskret, aber streng in der Geste geführt wurde:

Perfekt das Abphrasieren der Linie, perfekt die Balance rhythmischer Strukturen, eindrucksvoll die Ausdruckskraft und Stimmpräsenz des Chors, selbst in hoher und höchster Lage. Mit dem Durcheinanderwürfeln von Frauen- und Männerstimmen oder der Aufstellung eines Extrachors mit Tenören und Bässen entstanden Mixturklänge, die die absolute Vertrautheit mit den Noten und Notierungen voraussetzen.

Ein hervorragender Partner war der mehrfach ausgezeichnete Bariton Stefan Röttig aus Saarbrücken, Opernsänger am saarländischen Staatstheater. Mal befand er sich in der Rolle des Vorsängers, mal in der des Repetitors. Er bereicherte das Opus dank fein abgestufter Dynamik und eleganter Stimmführung: in der Tiefe warm und samten, in der Höhe kräftig, aber nie eng und fest.

 

Chor an der Saar, 06/2007 (Auszug)

Chorwerke und Lieder der Romantik

Gedenkkonzert für Anton Urspruch mit überwältigender Resonanz

"Die Letzten werden die Ersten sein", dachten sich wohl einige, denn der Andrang im Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks auf dem Saarbrücker Halberg war so groß, dass man schließlich die Sitzreihen des Auditoriums vorne um eine weitere Reihe sowie seitlich entlang der Bühnenränder erweitern musste. Der Saarländische Chorverband hatte am frühen Abend des 11. Novembers gemeinsam mit dem SR zu einem Festkonzert mit Chorwerken und Liedern der Romantik geladen. Mit einer solchen Resonanz hatte man jedoch nicht gerechnet - ein schöner Erfolg schon vor Beginn des eigentlichen Konzertes.

Erfreut über den regen Besuch begrüßte Verbandschorleiter Alexander Mayer, der kurzweilig und informativ durch das Programm führte, die rund 500 Anwesenden (mit Choristen) einschließlich Ehrengäste, darunter der Vorsitzende der Landesakademie für musisch-kulturelle Bildung Hermann Josef Hiery, der Präsident des Landesmusikrats Saar Bernhard Fromkorth sowie der ehemalige Vizepräsident und Ehrenmitglied des SCV Willi Feß.

Anlass des Konzertes bildete der 100. Todestag von Anton Urspruch, eines 1850 geborenen Frankfurter Komponisten, dessen der deutschen Spätromantik zuzurechnendes Oeuvre seit einigen Jahren sukzessive wiederentdeckt wird. Urspruch hatte seine pianistische Ausbildung bei Martin Wallenstein, Ignaz Lachner, Joachim Raff und Franz Liszt erhalten und ab 1878 in Frankfurt als Lehrer für Klavier und Komposition unterrichtet. Neben Klavierwerken schuf er Liederzyklen, ein J. Raff gewidmetes Klavierkonzert, die Symphonie in Es, Werke der Kammermusik und schließlich große Chorwerke und Opern. Dem Anlass gemäß standen daher Werke von Urspruch sowie seiner Zeitgenossen auf dem Programm, die von Spitzenchören des SCV vorgetragen wurden.

Den gelungenen Auftakt lieferte der 1960 gegründete und seit vierzig Jahren als gemischter Chor bestehende Madrigalchor Dillingen, der sich mit seinem neuen Leiter Stephan Langenfeld präsentierte. Der Chor hat bereits an zahlreichen Hörfunksendungen des SR teilgenommen und ist als Konzertpartner bei Musikfestspielen oder als Vertreter der saarländischen Kultur bei Konzertreisen immer wieder erfolgreich in Erscheinung getreten. Mit dem melancholisch anmutenden "Morgenlied" von Rheinberger, dem verhalten freudigen "Minnelied" von Urspruch, Silchers "Untreue" ("In einem kühlen Grunde"), "In stiller Nacht" von Brahms sowie "Abschied vom Walde" von Mendelssohn Bartholdy bereitete er auf musikalischem Wege eine anheimelnde Atmosphäre, die die Zuhörer das nasskalte Herbstwetter draußen schnell vergessen ließ. Den überwiegend ruhigen, getragenen Weisen gab der Madrigalchor Dillingen mit seinen fast vierzig Sängerinnen und Sängern das zur Wirkung notwenige Klangvolumen und bewältigte dabei scheinbar mühelos auch komplexe Taktgefüge und Wechselgesänge, wie sie sich etwa in Urspruchs "Minnelied" finden.

 

WochenSpiegel, 05. September 2007

Madrigalchor mit neuem Chef

Stephan Langenfeld ist Nachfolger von Dimitris Ktistakis

Der Madrigalchor Dillingen hat einen neuen Dirigent: Stephan Langenfeld (25) hat die Nachfolge von Dimitris Ktistakis angetreten. Nach seiner kirchenmusikalischen Ausbildung im Speyrer Bistum widmete sich der Musiker (Sohn des Dirigenten Walter Langenfeld) neben seiner Tätigkeit als Organist für die Kirchengemeinde Saarfels mehreren Chören, die er zum Teil noch heute leitet. Seit 2002 singt er im internationalen “Robert Schuman Chor”, ein qualitativ hochwertiges Sammelbecken für junge Chorenthusiasten und angehende Profimusiker. Durch dieses Ensemble erhielt Langenfeld die Möglichkeit, mit Spezialisten der Chormusik wie dem finnischen Chormeister Timo Nuoranne oder dem ehemaligen saarländischen Bundeschormeister Martin Folz in Kontakt zu kommen und seine eigenen Fähigkeiten auszubauen. Diese grenzübergreifende Arbeit hat auch den musikalischen Stil Langenfelds geprägt.

Verwurzelt in der traditionellen deutschen Chorliteratur widmet sich der neue Dirigent des Madrigalchors Dillingen ebenso zeitgenössischen Werken aus dem gesamten europäischen Raum. Mit seinem Vokalensemble “picante”, der Männerchorgruppe “Canto” und auch dem Kirchen- und Kinderchor unter seiner Leitung erarbeitet er immer wieder unterschiedliche Programme mit interessanten Einblicken in die Chormusik jenseits des Alltäglichen.

 

Dillinger Bote 06. September 2007

Stabwechsel

Madrigalchor Dillingen singt unter neuem Dirigenten

Nach der diesjährigen Sommerpause zeigt sich ein neues Gesicht am Dirigentenpult des renommierten Dillinger Ensembles. Stephan Langenfeld, der neue musikalische Leiter, übernimmt die Nachfolge von Dimitris Ktistakis, der seit dem Jahr 2002 das Dirigat des Chores inne hatten.

Dimitris Ktistakis, der seit dem Jahr 2002 das Dirigat des Chores inne hatten.

Langenfeld - diesen Namen kennt man in der saarländischen Chor- und Kulturszene. Nicht nur Vater Walter Langenfeld, ebenfalls lange Jahre Dirigent in der Region, sondern auch die gesamte Familie haben die Chormusik im Blut. Dem 25-Jährigen Ausnahmetalent sind diese Vorschusslorbeeren allerdings nicht zu Kopf gestiegen. Mit viel Energie und Charme hat sich der junge Musiker jeden Schritt seines musikalischen Werdeganges erkämpft und sein Talent festigen können.

Nach seiner kirchenmusikalischen Ausbildung im Speyrer Bistum widmete sich Langenfeld neben seiner Tätigkeit als Organist für die Kirchengemeinde Beckingen/Saarfels mehreren Chören, die er zum Teil noch heute leitet. Seit dem Jahr 2002 singt er im internationalen „Robert-Schuman-Chor“, ein qualitativ hochwertiges Sammelbecken für junge Chorenthusiasten und angehende Profimusiker. Durch dieses Ensemble erhielt Langenfeld die Möglichkeit, mit Spezialisten der Chormusik wie dem finnischen Chormeister Timo Nuoranne oder dem ehemaligen saarländischen Bundeschormeister Martin Folz in Kontakt zu kommen und seine eigenen Fähigkeiten auszubauen.

Diese grenzübergreifende Arbeit hat auch den musikalischen Stil Langenfelds geprägt. Verwurzelt in der traditionellen deutschen Chorliteratur, widmet er sich ebenso zeitgenössischen Werken aus dem gesamten europäischen Raum. Mit seinem Vokalensemble „picante“, der Männerchorgruppe „Canto“ und auch dem Kirchen- und Kinderchor unter seiner Leitung erarbeitet er immer wieder unterschiedliche Programme mit interessanten Einblicken in die Chormusik jenseits des Alltäglichen. Auch der Meisterkurs bei Frieder Bernius, dem deutschen Chorspezialisten und Leiter des international gefeierten Stuttgarter Kammerchores, und seine lange Erfahrung in der Dirigierpraxis haben Langenfeld zu einem ungewöhnlich reifen jungen Künstler gemacht.

Welche Antworten gibt er aber mit seiner Arbeit auf den Mitgliederschwund in den Chören und das Desinteresse ganzer Generationen an klassischer und zeitgenössischer Musik? „Viele Dirigenten sind sich zu schade oder zu ängstlich mit Kindern zu arbeiten. Dabei sollte die musikalische Förderung der Jüngsten ganz oben auf der Agenda stehen. Daneben ist es für die etablierten Ensembles wichtig, offen zu bleiben, auch neue Formen der Kooperation zuzulassen und sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen. Das heißt auch, stärker Präsenz in der Breite zu zeigen und nicht Musik in elitären Zirkeln einzukerkern. Qualitativ hochwertige musikalische Arbeit für und mit allen Generationen muss die Vision auch für die regionale Chormusik sein. Wo das bereits gelingt, baut Musik Brücken und versetzt Berge.“

Für den Madrigalchor Dillingen hat der neue künstlerische Leiter schon viele Ideen, die er in den nächsten Jahren verwirklichen will. Interessierte Sängerinnen und Sänger oder engagierte Musikbegeisterte, die sich diesem interessanten Neuanfang anschließen wollen, sind zu den Proben des Madrigalchores, die regelmäßig Montagabends stattfinden, herzlich eingeladen.

 

Saarbrücker Zeitung 10. Mai 2007

Madrigalchor singt Hansen

Zeitgenössische Klänge und klassische Musik präsentiert der Madrigalchor Dillingen am kommenden Sonntag, 20 Uhr, im Saardom. Auf dem Programm unter der Leitung von Dimitris Ktistakis steht die “Kantate über Psalm 52” von Thorsten Hansen. Dazu kommen kleinere Kostbarkeiten wie Stücke von Edvard Grieg. Ktistakis lernte den 19-jährigen Komponisten an der Hochschule für Musik kennen. Hansen gewann 2004 den ersten Preis des Landeswettbewerbs “Jugend komponiert” und 2005 beim bundeswettbewerb einen Studienaufenthalt. Seit 2005 studiert er an der Hochschule für Musik Saar (...).

 

Saarbrücker Zeitung 24./25. März 2007

Madrigalchor Dillingen bestätigt seinen Vorsitzenden

Die Sängerinnen und Sänger des Madrigalchors Dillingen haben bei ihrer Mitgliederversammlung ihren Vorsitzenden Thomas Schmitt einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurden Günter Lehnen als stellvertretender Vorsitzender, Karin L’Hoste als Kassiererin, Hannelore Lein als Schriftführerin und Joachim Klemm und Hans Grandmontagne als Notenwarte. Als Beisitzer wurden gewählt: Katja Welsch (Vertretung Schriftführung), Marzena Worclawski (Stellvertretung Kassenführung), Gertrud Baselau, Gertrud Dumont, Ingrid Jacobs, Ingrid Paulus, Aysegül Ristenpart, Jochen Folz, Gertrud Altrichter-Weth (Pressearbeit). Das nächste Konzert des Chores ist am 13. Mai im Rahmen des Theater- und Vortragsrings der Stadt Dillingen. Neben der Uraufführung der Kantate nach Psalm 52 von Thorsten Hansen stehen Werke von Buxtehude und Grieg auf dem Programm.

Chor an der Saar, 1/2007
Mozarts Große Messe und Klarinettenkonzert als Live-Mitschnitt
Bedarf es besonderer Courage, eine teilweise achtstimmige, fugengespickte Messe mit einem Laienchor aufzuführen oder sagt es etwas über die Qualitäten eines Chorleiters aus, wenn er sich an ein Werk wagt, das auch von professionellen Chören selten aufgeführt wird, weil es als ein gefürchtetes Werk gilt? In Dillingen konnte man darauf eine Antwort finden. Mut und Können gehören dazu, aber auch ein Orchester und Solisten, die sich eines solchen Werkes annehmen.
Ktistakis strukturierte die Messe sorgfältig. Das Kyrie beeindruckte durch eine ausgeprägt differenzierte Klangstruktur, flehentlich verhalten das Sopransolo von Anne Kathrin Fetik. Festlich strahlte das Gloria im Mehrklang des Chores in den Dillinger Dom, gab eine Ahnung von den groß angelegten Fugen, die noch folgen sollten. Janine Hirzels dunkel gefärbter Sopran vibrierte im „Laudamus te“ ohne zu übertreiben. Kraftvoll das „Gratias“ der Chorstimmen mit klarer Stimmführung. Im Duett mit Anne Kathrin Fetik, perlten die beiden Soprane im „Domine“ nur so umeinander, eine herrliche Ergänzung.
Anders das doppelchörige „Qui tollis“: Klagende, sich verwebende Tonstränge der einzelnen Stimmen, die Hoffnung auf Vergebung der Sünden unterstreichend, steigende Spannung durch das Ostinato im Orchester. Erschütternd die verstörende Wucht der Kontrapunktik, ausgezeichnet wie der Dirigent den Chor immer wieder zurücknimmt, das Tongeflecht der einzelnen Stimmen zusammenführt, um im letzten Aufflackern der Anrufung des letzten Gerichts den schmerzlichen Wehklang als dramatischen Höhepunkt herauszuarbeiten.
Das Terzett der beiden Sopransolistinnen mit dem Tenor Julian Prégardien wohlklingend im Zusammenspiel, federnd leicht Tonbögen. Die folgenden Chorfugen machten deutlich, weshalb die Messe so gefürchtet ist. Herausfordernde Koloraturen mit ausgeprägter Kontrapunktik in einem sehr bewegten Tempo im „Cum sancto spiritu“ stellen hohe Ansprüche an Technik und Intonation, um im Tongewebe die einzelnen Stimmstrukturen noch erkennen zu können. Dass dies überzeugend gelang ist ein besonderer Verdienst Ktistakis, der dem Chor seit drei Jahren vorsteht. Besonders hervorzuheben Anne Kathrin Fetik im „Et in carnatus est“. Mit anrührender Innigkeit und tiefer Intensität schwebten die hohen Töne in den Kirchenraum. Im Quartett zu hören Ekkehard Abele mit sonorem Bass. Im „Osanna“ noch einmal die Chorprobe aufs Exempel: ein achtstimmig gewebter Tonteppich, strahlender Chorjubel am Schluss.
Zuvor war das Klarinettenkonzert in A-Dur zu hören. Ein anspruchsvolles Musizieren des Orchesters, ein überaus weicher Tonansatz der Klarinette von Julius Kircher, der mit betörender Leichtigkeit die Melodienbögen aufnahm und den ganzen Reichtum der Solostimme ausschöpfte. Wer das Konzert verpasst hat, kann dies nun nachholen. Der Live-Mitschnitt des Konzertes ist erhältlich beim Vorsitzenden Thomas Schmitt unter der Telefonnummer 06831-8601123 oder bei den Chormitgliedern.
Nächstes Konzert des Madrigalchores Dillingen: Uraufführung der Kantate nach Psalm 52 „Die Überheblichkeit des Bösen – Das Vertrauen des Frommen“ von Thorsten Hansen am 13. Mai in Dillingen. Veranstalter ist der Theater- und Vortragsring der Stadt Dillingen

 

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